Da sind wir endlich wieder

Da sind wir endlich wieder

Vielen lieben Dank für Eure vielen Nachfragen, uns geht es gut.
Nachdem unser Wohnmobil (Froggi) endlich nicht mehr krank ist, haben wir wieder Zeit, Kraft und Lust zu berichten.

2019 meinte es mit uns und vor allem mit Froggi nicht so gut.
Wir hatten das ganze Jahr über mit diversen Schwierigkeiten zu kämpfen und selbst unsere Fahrten an den Wochenenden und unsere beiden Reisen haben es nicht geschafft, uns gedanklich da raus zu holen. Auch wenn wir immer wieder etwas Kraft tanken konnten, waren wir mit unseren Gedanken nicht bei der Sache und haben pflichtbewusst noch ein paar Texte geschrieben, aber es dann doch sein lassen.

Das werden wir jetzt natürlich nachholen.
Der folgende Text wird wahrscheinlich ziemlich lang werden. Wir werden das Ganze mit diversen Überschriften versuchen zu entzerren. Unser Plan ist es, die wichtigsten Berichte in den nächsten Wochen nachzureichen, auch wenn sie jetzt natürlich nicht mehr aktuell sind.

Unser erster Unfall:

Im Frühjahr hatte ich beim wenden ein Auto mitgenommen und unseren Beleuchtungsträger komplett zerstört. Zu meinem Glück war wenigstens das andere Auto ohne Schaden geblieben.
Pünktlich zu den Maiferien hatten wir aber einen neuen Beleuchtungsträger angebaut.

Maiurlaub in Frankreich:

Als Ausgangsziel hatten wir uns die Stadt Nantes ausgesucht, da wir uns unbedingt die Ausstellung „Les Machines De L’île Nantes“ ansehen wollten. Dort werden unter anderem riesige Tiere und Fabelwesen aus den Werken von Jules Verne als bewegliche Maschinen nachgebaut und können dort besichtigt.
Wenn man soweit fährt, plant man entsprechend die Öffnungszeiten ein und sucht sich vorab Übernachtungsmöglichkeiten heraus.
In Nantes angekommen, fuhren wir gleich unseren favorisierten Stellplatz an, der leider wegen Überfüllung geschlossen worden war. Stellplatz 2 wurde leider durch ein Einkaufszentrum verdrängt und Stellplatz 3 wurde aufgrund einer mehrwöchigen Veranstaltung geschlossen.

Normalerweise sollte uns das eigentlich egal sein, denn mit Froggi können wir theoretisch ja überall stehen. Pustekuchen. Verbotsschilder, Miniaturparkplätze, Schranken, … . Also sind wir völlig genervt zum einzigen Campingplatz gefahren und bereit gewesen die 30 Euro für eine Nacht zu bezahlen.

Dort angekommen bin ich zur Rezeption und habe auf französisch nach einem freien Platz gefragt und zur Antwort bekommen, das alle normalen Plätze ausgebucht wären und es nur noch wenige Premiumplätze geben würde. Für 50 Euro pro Person und Nacht, zzgl. Strom, Müll, Wasser, Hund, … .
Ich bin dann zu Frank raus und habe ihm das erzählt und er meinte nur, das ich mich verhört haben musste. Vielleicht 50 Euro für uns alle zusammen, das wäre zwar extrem teuer, aber es wäre ja eine Ausnahme und ich sollte das buchen.
Ich nochmal rein und auf englisch nachgefragt. Nein, ich hatte mich nicht verhört. Die wollten 100 Euro für eine Nacht plus Nebenkosten. Es gäbe grade eine ganz berühmte Blumenausstellung, deshalb seien alle Plätze ausgebucht.
Neben mir legte ein Engländer, für eine Nacht, Zähne knirschend 220 Euro für 4 Personen auf den Tisch.
Wir hingegen verließen so schnell es ging die Stadt.

Nach dem Schock entschieden wir uns an die Küste zu fahren und uns erst einmal von dem Ärger zu erholen.
Ein paar Tage später waren wir gut gelaunt auf der Piste und besichtigten diverse kleinere Städte.

Mauergekuschel

Nachdem Frank sich noch vor ein paar Wochen darüber lustig gemacht hatte, das ich den Beleuchtungsträger abgefahren hatte, wollte er mir in nichts nachstehen und entschied sich, das Womo gegen eine Mauer zu setzen.
Die Mauer tat so, als wenn nichts geschehen wäre.Unser neuer Beleuchtungsträger hingegen
hing verquer und das Rücklicht hatte es in hunderte Einzelteile zerlegt.
Während Frank den Tränen nahe war, sammelte ich sämtliche Plastikteile auf, eigentlich um sie zu entsorgen. Nie im Leben hätte ich gedacht, das es sich jemals auszahlen würde, das ich gerne Puzzle.
Mühselig klebe ich mit Flüssigkleber nach und nach die meisten Teile wieder zusammen. Leider war es grade bei der roten Partie unmöglich alle Teile wieder zu befestigen, so das eine andere Lösung her musste.
Im Supermarkt habe ich dann durchsichtige Klebefolie (Einschlagfolie für Bücher) gekauft und einen roten durchsichtigen Heftumschlag.
Das Ergebnis war nicht perfekt, aber es konnte sich sehen lassen. Auch wenn wir ein neues Rücklicht liegen haben, fahren wir immer noch mit unser Folienkonstruktion.

Die nächsten Tage verbrachten wir mit Watt wandern, erkundeten wunderschöne Wanderwege und genossen die himmlische Ruhe.

Froggi ist krank

Bereits am nächsten Tag, war es vorbei mit unserem Urlaubsfeeling.
Froggi machte komische Geräusche aus Richtung des Motorblocks. Also fuhren wir den nächsten Stellplatz an, um uns Froggis Innereien anzuschauen.
Wir hatten natürlich nicht die geringste Ahnung davon, wie es unter der Haube aussehen sollte, von daher war das ganze nicht sonderlich hilfreich. Es wurde hier und dort mal dran gewackelt, oder geklopft. Aber weiter gebracht hat uns das Ganze nicht.
Deshalb fassten wir den Plan, eine Werkstatt anzufahren.

Ihr kennt es ja: Auto kaputt – Mann kaputt.
Wohnmobil kaputt – Mann fast tot.

Zu unserem Leidwesen war es schon lange nach 18 Uhr und der folgende Tag war ein regionaler Feiertag, auf den dann ein Sonntag und ein weiterer regionaler Feiertag folgte. Die unfreiwillige Freizeit nutzen wir, um uns bei Doktor Gockle schlau zu machen und diverse Foren zu durchforsten. Zudem graute es mir davor, mich in der Werkstatt verständlich machen zu müssen.
Doktor Gockle würde zwar versuchen, mich dabei zu unterstützen, aber wie sollte ich das Problem beschreiben? Unser Brumm Brumm, macht jetzt nicht nur Brumm Brumm, sondern auch noch quitsch, zwirr, zisch, ratter ratter, brummel, grumm??? Und das aber nur, wenn wir ohne Last langsam ausrollten, z.B. bei einem Kreisverkehr. Sobald wir den Gang raus nahmen oder wieder Gas gaben, klang alles normal.

Anmerkung am Rande: Für diejenigen die noch nie durch Frankreich gefahren sind: Dänemark hat schon recht viele Kreisverkehre, aber in Frankreich gibt es Kreisverkehre, die in Kreisverkehre münden, um sich dann in weitere Kreisverkehre zu verteilen.
Inzwischen vermuten wir, das sich ein Dorf nur Dorf nennen darf, wenn es eine Mindestanzahl von Kreisverkehren aufweisen kann. Das gleiche gilt erst recht für Städte.

Aber auch dafür fand ich bei Gockle eine passende Lösung. Es gibt tatsächlich Videos von komischen Motorgeräuschen, die man mit den vorhandenen Geräuschen abgleichen könnte. Wir haben daraufhin hunderte Geräusche gehört und wenn uns etwas bekannt vor kam, sind wir eine kleine Runde gefahren.
Das es unser Geräusch natürlich nicht gab, war nicht anders zu erwarten.

Sonntag waren wir schon richtige Profis. Schatz, hier steht, wenn Du da und da dran wackelst und es dieses oder jenes macht, dann können wir folgendes schon mal ausschließen. Die Liste mit Dingen die es wahrscheinlich nicht sind, wurde länger und länger.

Dann fand ich einen wirklich guten Bericht von einer Werkstatt:
Ihr Auto macht komische Geräusche, sie haben folgendes schon ausgeschlossen, …, dann können Sie jetzt in Panik geraten oder ganz entspannt sein, denn in einer Werkstatt würden wir genau das gleiche kontrollieren und wahrscheinlich auch nichts feststellen. Wahrscheinlich würden sie in Zukunft von einer Werkstatt zur nächsten rödeln und sehr viel Geld ausgeben, dafür das keiner etwas finden wird. Wenn Sie sicher gehen möchten kommen Sie gerne vorbei, wir schauen uns den Wagen gerne an. Aber es ist davon auszugehen, das Ihr Auto einfach nur alt ist.

Daraufhin entschieden wir uns, doch keine Werkstatt in Frankreich anzufahren, sondern ganz langsam, in ganz vielen kleinen Etappen nach Hause zufahren und dort zur Werkstatt unseres Vertrauens zu fahren.
Die letzten Wochen versuchten wir so gut es ging unseren Urlaub zu genießen, allerdings immer mit 4 wachen Ohren.

Zuhause angekommen ließen wir einen befreundeten Mechaniker unser Froggi beguthören, und stellten ihn dann zusätzlich in der Werkstatt vor. Beide kamen zu dem Schluss, das wir demnächst ein neues Getriebe brauchen würden.
Zu unserer Freude meinten beide, das wir damit noch in den Sommerurlaub fahren könnten. Im schlimmsten Fall würden wir irgendwo liegen bleiben.

Sommerurlaub in Frankreich

So ganz wohl war uns das nicht, mit dem kaputten Getriebe nach Südfrankreich zu fahren, deshalb entschieden wir uns in der Bretagne und der Normandie zu bleiben. Zudem planten wir, keine Etappen über mehrere hundert Kilometer zu fahren.

Die ersten zwei Wochen waren sehr schön und wir genossen die Zeit.
Scheinbar hatte Froggi langeweile und legte sich neue Geräusche zu. So das wir jetzt ein kleines Kammerkonzert unter der Haube hatten.
Ihr könnt Euch vorstellen, wie schnell das Urlaubsfeeling vorbei war. Wir entschieden uns den Heimweg anzutreten und fuhren nur kleine Etappen und blieben immer mehrere Tage an einem Ort. Dadurch haben wir natürlich viel gesehen und erlebt, allerdings waren wir mit unseren Gedanken immer bei Froggi.
Zuhause angekommen, brachten wir Froggi direkt in die Werkstatt. Wo er ein neues Getriebe bekommen sollte.

Spontaner Umzug

Währenddessen, fanden wir völlig unverhofft, eine viel größere und nur geringfügig teurere, Wohnung. Und informierten die Werkstatt das sie sich ruhig etwas mehr Zeit lassen können.

Ursprünglich hatten wir geplant erst in 3-4 Jahren umzuziehen, wenn Frank in Rente geht, aber wenn man das große Glück hat, in Hamburg eine große bezahlbare Wohnung und das auch noch in der Nähe der Arbeitsstelle zu bekommen, dann überlegt man nicht lange.
Von der Bewerbung auf die Wohnung, der Renovierung, bis zum Umzug, vergingen gerade einmal 2 Wochen.

Froggi kränkelt schon wieder

Nachdem Umzug konnten wir auch endlich unseren Froggi aus der Werkstatt abholen.
Wir gönnten uns ein schönes Wochenende in Hitzacker.
Ein paar Tage später, Froggi war seit seinem Werkstatt Besuch noch keine 400 Km gefahren, gab es ein widerliches Geräusch beim hoch schalten.
Ich bin wirklich froh und dankbar, das Frank ein so guter und sicherer Fahrer ist und instinktiv richtig reagiert hat, indem er die Kupplung durchgetreten hat und sich mit Warnblinker auf den nächsten Parkplatz rollen ließ.
Frank rief sofort in der Werkstatt an. Bereits am Telefon hatte der Werkstattleiter eine Vermutung und empfahl Frank auf keinen Fall den Motor mehr zu starten. Vor Ort nahm er die Verkleidung vom Motorkopf ab und sah die Bescherung. Der Zahnriemen war komplett lose, aber zum Glück nicht übergesprungen.
Nachdem Froggi in die Werkstatt geschleppt und dort komplett auseinander genommen worden war, fand sich schnell die Ursache. Eine Andruckplatte hatte sich genau am Schraubenloch verabschiedet und war gebrochen.
Wir hatten richtig Glück, durch Franks schnelles reagieren, blieb uns zumindest ein Schaden am Motor erspart.
Zwei Tage später konnten wir Froggi wieder abholen.

Es soll wohl nicht sein

Zu Halloween sind für ein lange Wochenende nach Hitzacker gefahren. Doch aus unserem Kurzurlaub wurde leider nichts, da wir bereits am nächsten Tag einen Anruf von der Polizei bekamen. “Wir haben einen Motorroller gefunden, dem Kennzeichen nach ist das Ihrer. Vermissen Sie Ihren Roller?“
“Wir sind grade nicht in Hamburg, aber wenn Sie in 10 Minuten noch mal anrufen, können wir die Frage beantworten, ich rufe kurz meine Tochter an, ob er noch vor der Tür steht.“
Natürlich war es unser Motorroller.
Das Lenkradschloss aufgebrochen. Die Kette die am Hinterrad befestigt war, hatte sich um selbiges gewickelt. Wenigstens waren die Diebe so nicht weit gekommen. Der Schaden war dennoch groß.

Jetzt muss doch wirklich mal gut sein

Geplant war es, nach Husum zum Womo Stammtisch zu fahren und ein gemütliches Wochenende auf der Ecke zu verbringen.
Es stand ein Beitrag über Überwintern mit dem Womo in den Emiraten auf der Tagesordnung. Wir freuten uns schon sehr auf den Beitrag. Nach Feierabend die letzten Kleinigkeiten eingepackt und dann ging es schon los.
Rauf auf die Autobahn und beschleunigen.
Plötzlich wieder das Geräusch von vor ein paar Wochen.
Es waren knapp 400 Km seit der letzten Panne mit dem Zahnriemen vergangen und es war wieder das selbe Geräusch wie beim letzten mal.
Also wieder die Werkstatt angerufen, der Chef stand keine Stunde später vor der Tür. Wieder war der Zahnriemen locker. Womo in die Werkstatt geschleppt.
Die haben sich alles angeschaut und konnten nichts finden. Eine weitere Idee war es, das etwas an der Einspritzpumpe nicht in Ordnung sein könnte. Deshalb wurde sie ausgebaut und bei Bosch eingeschickt. Die haben dann auch irgendetwas daran repariert/ausgetauscht.
Wie die Einspritzpumpe mit den Zahnriemen lösen zusammen hängt, haben wir nicht wirklich verstanden.
Das wichtigste war, das wir auch beim zweiten Mal keinen Schaden am Motor erlitten haben.

Weihnachten:

Wir lieben beide Weihnachten und verbringen dann auch gerne unsere Zeit zuhause, allerdings genießen wir noch viel mehr die Zweisamkeit in unserem Wohnmobil.
Auch wenn wir nicht wissen, ob sich das Problem mit dem Zahnriemen endlich erledigt hat, entschieden wir uns trotzdem zu fahren.

Am 20.12. sind wir aufgebrochen und nach Emden gefahren.
Natürlich immer noch mit einem komischen Gefühl und vor allem mit ständigem kontrollieren des Zahnriemen.
Wir haben inzwischen locker die magischen 400 km geknackt. Und kommen endlich etwas zur Ruhe und wieder können Kraft tanken.

Weihnachten ist vorbei und wir haben die Umgebung unsicher gemacht und Euch einiges über Emden, Aurich und Greetsiel zu berichten.
Vor zwei Tagen sind wir in Wilhelmshaven angekommen und wollten dort eigentlich ins neue Jahr starten.
Spontan haben wir uns dann doch um entschieden und sind heute in Richtung Heide gefahren, um dort mit Franks Schwester und ihrem Mann ins neue Jahr zu starten.
Im Anschluss wollen wir noch Freunde in Großenwiehe besuchen und uns mit anderen Freunden in Rendsburg treffen.
Danach beginnt dann wieder der Ernst des Lebens und wir müssen zurück in die Heimat.

Wir melden in den nächsten Wochen aktiver zurück und werden nach und nach die Berichte posten.

Soweit erst einmal von uns.

Liebe Grüße und einen guten, aber vorsichtigen Rutsch ins Neue Jahr!

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