Fahrt nach Fes

Fahrt nach Fes.

 

Wir hatten eine relativ ruhige Nacht und morgens Hummeln im Hintern. Also haben wir uns entschieden zwei große Tagesetappen zum anderen Ende von Marroko zu machen und den berühmten Heiratsmarkt in Imilchil  zu besuchen. Der findet dieses Jahr vom 22.-25.09. statt.

Das die Strecke anstrengend werden würde, war uns durchaus bewusst. Aber das was uns erwartet hat, trifft anstrengend bei weitem nicht.

 

Frank hat mir schon in Deutschland erzählt, welche Straßen wir fahren und welche wir meiden sollten. Wobei man wirklich sagen muss, das überall im Land die Straßen verbessert und vergrößert werden.

Autobahnen kann man sehr gut fahren.

Rote Straßen sind ähnlich wie bei uns die Bundesstraßen, mit etwas mehr Löchern und teilweise auch schon etwas enger.

Gelbe Straßen sind wie Dorfstraßen mit vielen Löchern, enge Straßen und noch engeren Kurven. Aber immer noch gut mit dem Wohnmobil befahrbar.

Weiße Straßen sind für Vollprofis, mit kleineren Autos. Löcher bis zum Erdkern, teilweise fehlt dann auch mal die Straße komplett. Der Steinschlag war/ist teilweise so heftig, das die halbe Straße verschüttet war und die Kurven DARF man nicht ohne Grund nur mit 20 km befahren.

 

Wir kennen und lieben alle Frank. Er liebt sein Womo und fährt das Ding auch wirklich top. Manchmal für meinen Geschmack vielleicht etwas zu schnell in den Kurven, aber er weiß genau was er tut und achtet auch immer auf die anderen Verkehrsteilnehmer.

 

So, die Etappe sollte bis Fes gehen. Ich bin inzwischen wirklich gut im Karten lesen und nachdem das Navi meinte wir sollten in eine weiße Straße einbiegen, gab es zwischen uns einen kleinen Zoff, denn ich wollte das er lieber die zweite gelbe Straße nach Fes nehmen sollte, zeitlich wäre beides laut Google gleich schnell. Kurz um, Frank hat gewonnen.

 

Leute, ganz ehrlich, wenn Euch diverse Reiseführer, Karten oder sonst irgendjemand sagt, das ihr die weißen Straßen wie die Pest mit dem Wohnmobil meiden solltet. Dann macht das auch!!!

 

Wir haben für 50 Kilometer ganze 5 Stunden gebraucht. In einigen Dörfern wurde uns, was wir jetzt erst erfahren haben, mit den Händen signalisiert, das wir lieber umkehren sollten.

Ich habe meinen Mann das erste Mal beim Autofahren schwitzen gesehen. Nicht die ganze Zeit, aber gut und gerne 3 Stunden. Sagen wir es Mal so, unser Womo ist Offroad tauglich.

Was man aber auch sagen muss, wir haben Ecken gesehen, die nie ein Wohnmobil vor uns gesehen hat. Die Landschaft war traumhaft schön. Wir hatten ein riesiges Unwetter mitten auf dem Berg erlebt. Wir sind in einem kleinen Dorf mit unseren Womo direkt durch einen Souk (Wochenmarkt) gefahren. Wir wissen jetzt warum das Rif Gebirge auch, Kif (Kiff) Gebirge genannt wird. Das waren keine kleinen Pflanzen, das waren fast Bäume und eine Plantage nach der anderen.

Ich habe mich nicht getraut das zu fotografieren, aber vor uns fuhr ein kleiner Van mit offenen Türen und Kofferraum, dort schauten die Pflanzen zu allen Seiten raus und wie auch dem Foto von den Van, war das Dach hoch beladen gewesen mit dem Kraut.

Nachdem wir dann endlich auf einer normalen Straße unterwegs waren, kamen wir gut voran. Den nächsten Overkill hatten wir in Fes. Unseren erwählten Campingplatz gab es nicht mehr. Ein Einheimischer auf einem Motorrad war so lieb uns zu einem bewachten Parkplatz zu führen. Inzwischen war es dunkel, die Straßen waren voller Menschen und der gute Mann auf dem Motorrad schien teilweise vergessen zu haben, das wir nicht mit einem Motorrad unterwegs waren. Schweiß gebadet sind wir nach der Ankunft direkt ins Bett gefallen.

 

 

 

 

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