Gravures Rupestres von Aït Ouazik

Gravures Rupestres von Aït Ouazik

Von Hassilabied aus zog es uns dann noch einmal zurück nach Merzouga in die Ksar Sania.

Wir hatten gehört, das am 17.10. in Erfoud das berühmte Dattelfest statt finden sollte und da es bis dahin nur noch sechs Tage waren, beschlossen wir uns das anzuschauen. Das Dattelfest zieht jährlich tausende von Dattelbauern und Händler an und wird begleitet von Umzügen in traditioneller Kleidung.

Wir verbrachten ruhige Tage in der Ksar Sania, genossen den Pool mit Blick auf die große Düne, bestiegen sie aber nicht, da es uns mit über 40 Grad ohne Schatten, einfach zu heiß war. Und genossen die hervorragende Küche.

Am 16.10. machten wir dann das Womo startklar, schauten im Internet nach, wo denn in Erfoud das Fest genau statt findet und wo man am besten parkt. Völlig verwirrt stellten wir fest, das es ganz viele unterschiedliche Infos zum Datum des Festes gab und mussten schlussendlich feststellen, das es in diesem Jahr erst am 30.10. stattfinden würde. So sehr wir unseren Aufenthalt wieder in Merzouga genossen hatten, war uns die Wartezeit bis dahin viel zu lang. Denn wir hatten schon wieder Hummeln im Hintern und wollten weiter fahren, um mehr von diesem tollen Land zu sehen. Alternativziel rausgesucht und weiter ging es. Nach den Dinosaurier Fußabdrücken, sollte es dieses Mal zu Höhlenzeichnungen gehen.

Am Rand der Wüste

In der Nähe von Zagora befindet sich das berühmte Dorf Aït Ouazik. Dort gibt es einen Bereich mit geritzten Darstellungen. Nashorn, Elefant, Antilope, Strauß und viele andere Tiere werden im Sandstein gezeigt. Die zahlreichen symbolischen Darstellungen werden von Wissenschaftlern als Fangwerkzeug für Tiere wie z.B. Fallen aber auch Jagdszenen interpretiert. Diese Felskunst soll ca. 8000 Jahre alt sein.

Die Strecke dort hin führte uns direkt auf der Achse Steinwüste und Anti Atlas entlang. Manchmal Kilometerweit gerade aus, dann wieder per Serpentinen in die Ausläufer des Anti Atlas.

Immer wieder Überraschungen nach den Kurven, mal war es eine verfallene Ksar, mal eine Riesen große Oase mit Dattelpalmen und ab und an mal eine kleine Siedlung.

 

Irgendwann erreichten wir dann die nächste größere Stadt, kurz vor dem Abzweig zu den Felsgravuren, tankten dort noch mal voll und ließen uns vom Geruch von frisch gegrillten in eines der Straßenrestaurants locken. Wir aßen da leckere Hackspieße und einen wirklich leckeren Salat. Natürlich wie fast überall üblich, gab es dazu frisch gebackenen leckeren Fladen

Nach dem üppigen Essen machten wir uns auf um die letzten Kilometer zu den Felsgravuren noch im hellen hinter uns zu bringen. Wir hatten zwar noch gut 5 Stunden Zeit bis zum Sonnenuntergang, wussten aber auch, das uns noch 15 Kilometer reine Piste erwarten.

Piste fahren

Zur Piste: Die Piste ist grundsätzlich nur in der Trockenzeit befahrbar, da immer wieder Wadis überquert werden müssen. Die Piste die hauptsächlich aus kleinen runden Steinen, Querrillen die beim fahren ordentlich Krach machen und manchmal Faustgroßen Steinen besteht, lässt sich auch mit normalen Wohnmobilen bis zu 7,5 Metern befahren.

Wir sind eindringlich davor gewarnt worden, mit unserem Wohnmobil (wir haben nur ein kleines Wohnmobil, aber ein recht lang überstehendes Heck) die Piste zu fahren und uns wurde empfohlen, lieber mit einem Taxi in das Dorf zu fahren. Ganz ehrlich, wir hätten wahrscheinlich wirklich gut daran getan, darauf zurück zu greifen. Die Piste war für uns größtenteils gut befahrbar, aber halt nur im Schritttempo, 15 km können verdammt lang sein und die Anspannung war unerträglich. Wirklich unangenehm waren die Wadis, wie es immer so ist, war an der einen Wadi und bereits 5 Kilometer davor die Straße zu schmal, um dort mit dem Womo zu wenden, so das wir keine andere Wahl hatten, weiter zu fahren, besonders da das Dorf auch nur noch ca. 3 Kilometer entfernt war. Die eine Wadi war so tief und steil, das wir Angst hatten uns die Heckschürze abzureißen. Der Rückweg könnte problematischer werden, aber auf Maps wurden uns weitere Durchquerungen angezeigt, allerdings mit riesen Umwegen verbunden. Letztendlich erreichten wir unser Ziel unbeschadet.

Die Gravuren

Ein junger Mann stieg von dem Hügel hinab und fragte, ob wir die Felsgravuren anschauen wollten und sagte uns das wir dort auch gerne die Nacht verbringen könnten. Da es noch knapp 1,5 Stunden hell bleiben würde beschlossen wir uns von dem jungen Mann noch am selben Tag die Gravuren zeigen zu lassen.

In diversen Reiseführern wurde uns der Ort, als Ort mit Höhlenmalereien bzw. Höhlengravuren empfohlen. Aber weit und breit gab es keine Höhlen zu sehen, sondern viel mehr Steine die auf dem Boden lagen und durch provisorische Zäune abgegrenzt waren. Das hatten wir uns definitiv anders vorgestellt. Da der Ort inzwischen unter staatlichem Schutz gestellt worden ist, nachdem leider schon viele der Gravuren gestohlen oder beschädigt worden sind, ist für den Ort ein kleiner Eintrittspreis zu entrichten. Dafür bekommt man einen netten Führer an die Seite gestellt, der die ganzen Fundstellen von Gravuren mit einem abläuft, Fotos macht und wirklich toll die vermeintlichen Hintergründe und Geschichten hinter den Gravuren erläutert. Immer wieder führt er uns abseits den Weges, um ums verstecktere Bilder zu zeigen.

Unser Fazit

In diesem Fall gehen hier unsere Meinungen auseinander. Frank fand es einfach nur langweilig und öde. Wahrscheinlich auch etwas der anstrengende Fahrt geschuldet. Ich hingegen fand es sehr interessant, trotz der anfänglichen Enttäuschung der fehlenden Höhlen. Die Tierbilder sind teilweise richtig Detailreich abgebildet worden und auch die Werkzeuge die zur Jagd verwendet worden sind. Zudem gab es immer wieder ganz interessante Muster, die Teile der Kultur wieder spiegelten. Spannend fand ich die Artenvielfalt und die Abbildung von einem Fischnetz, mitten auf dem Berg. Vandalen haben an mehreren Stellen versucht, ebenfalls Gravuren in den Steinen zu hinterlassen, interessanterweise hat keiner es auch nur annährend geschafft eine vergleichbare Arbeit hinzubekommen, weder die breite, die tiefe noch die Struktur. Auch die Habtik war eine ganz andere.

Trotz allem muss ich Frank aber insgesamt rechtgeben, wenn er sagt, das das ganze aussieht wie Kinderzeichnungen.

Unten am Hügel konnte man wunderbar eine Nacht stehen. Es war sehr ruhig und ein wunderschöner Sternenhimmel. Für uns war die Nacht leider nicht ganz so erholsam, da wir uns große Sorgen gemacht haben, ob wir heil wieder an die Hauptstraße gelangen würden. Die Sorgen waren allerdings völlig überflüssig da am Ankunftabend die Strecke viel schlimmer aussah als sie dnn schlussendlich war. Selbst der etwas steilere Wadi ließ sich langsam gut durchqueren.

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