Marokko erste Kilometer

Marokko, die Überfahrt

Morgens um 07:00 Uhr wurden wir unsanft von unserem Wecker aus den Träumen gerissen. Da wir sehr aufgeregt waren, sind wir leider erst kurz vor dem Weckruf eingeschlafen.

Eigentlich sind wir ja seefest, aber auch schon einige Jahre nicht mehr auf hoher See gewesen. Vermutlich hatten wir aus diesem Grund ein kräftiges brummeln im Bauch.

Nach einem Kaffee und einem trockenen Croissant ging es dann um 09:00 zum Fährhafen. Einchecken, auf die Fähre fahren und um 10:00 Uhr dann los.

Die Sorgen unserer Mägen waren unnötig, es pustete zwar immer noch mit 7-8 Windstärken, aber die Überfahrt war dennoch fast ohne größerem Schaukeln.

Gegen 10:30 dann Ankunft in Marokko, (Marokko liegt während der Sommerzeit eine Stunde vor Berlin) wobei die Überfahrt aber 1,5 Stunden dauerte. Auf Grund der schlechten Sicht keine Delfin oder Walsichtungen. Leider!

 

Ankunft in Marokko

In der Abfertigungs Zone angekommen, ging es dann von einem Zollbeamten/Polizisten zum nächsten. Als erstes wurden uns die Reisepässe abgenommen, aus verschiedenen Reiseführern wussten wir aber schon das wir sie eine Station weiter wieder erhalten würden.

Dann am Drogenschnüffel Hund vorbei, wieso eigentlich beim Einreisen Marokko ist doch eher für den Export bekannt.

Dann zwischendurch das Flüchtlingsdrama vor Augen gehalten bekommen. Ein Mensch wollte über den Zaun in den Ausreisebereich wurde aber von einer Sicherheitskraft gestellt. Er ließ sich dann auch ohne jegliche Gewalt der Sicherheitskraft weg führen und von der selben Kraft dann außer Sichtweite des Zollhäuschen dann doch über den Zaun zurück gelassen.

Interessant, aber sehr nett und menschlich.

Dann kam der nächste Beamte und wollte einen Blick in das Womo werfen. Wir schoben schon ein wenig Panik weil wir unter anderem Milchprodukte, die Einfuhr ist verboten, und zu viel Kaffee und Tabak an Bord hatten. Der Beamte schaute aber nur um die Ecke murmelte etwas in französisch und zeigte den Daumen nach oben.

Wir durften endlich raus aus dem Bereich und konnten den ganze Käse an Bord behalten.

Das wir von hier keine Bilder haben, auch keine heimlich gemachten, ist selbstverständlich. Wir wollten ja Urlaub machen und nicht in einem marokkanischen Gefängnis verbringen.

 

Erste Kilometer auf Marokkos Straßen

Die ersten Kilometer fuhren wir noch ziemlich vorsichtig und weit unter den Geschwindigkeiten die erlaubt waren, aber mit zunehmender Dauer passten wir uns dem Fahrstil der Einwohner Marokkos an.  Wir lernte ziemlich schnell das Autobahnen nicht gleichzusetzen sind mit denen in Europa. Von der Fahrdecke her alles bestens, aber wir teilten uns die Autobahn mit Fußgängern, Ziegenhirten mit ihren Herden, Eselskarren, Mofas usw. Und was noch auffiel, überall freundlich zuwinkende Menschen. Interessante Erfahrung und der Beschluss, wir werden kein Auto fahren nach Einbruch der Dämmerung.

Es ging noch ein ganzes Stück an der Mittelmeerküste entlang, alle 50 Meter standen da Polizeiwachen und überwachten den Strand, bevor wir dann ohne Zwischenfälle in Tétouan ankamen. Wir versorgten uns mit Lebensmittel und Datenkarten für die Handys. Auch unsere ersten großen Offroad Mobile sahen wir das erste mal, unser Womo mit 7 Meter länge erschien dagegen wie ein Bobbycar.

Weiter ging es dann nach Chefchaouen, man sollte den zweiten Kreisel nehmen um zum Campingplatz zu gelangen da die ausgeschilderte Strecke eher für PKW`s ist, den wir aber irgendwie nicht finden konnten. Also quälten wir das Womo eine gefühlte 45% Steigung in engen durch Chefchaouen führenden Gassen im ersten Gang hoch.

 

Chefchaouen

Ankunft auf dem CP, Platz gesucht, Toiletten angeschaut (jubel Sitzklos), einen Kaffee getrunken und ab in die blaue Stadt Marokkos. Vom CP aus erreicht man die Medina in etwa 15-30 zu Fuß, aber Bergab. Keine Ahnung wie hoch der Höhenunterschied tatsächlich ist, aber wir schätzen so um die 200 Meter.

In den Medina angekommen, eine Schönheit in Blautönen, ein ganz entspanntes ohne aufdringliche Händler, anschauen der Waren die da so angeboten werden. Die Medina ist wirklich super toll, enge und noch engere kleine Gassen, ein auf und ab da sie am Berghang liegt, einige Touristen, interessante Waren, Kitsch und ein Kühlschrank Magnet für Frank seine Mutter. Nach bestimmt zwei Stunden durchschlendern der Gassen hatten wir Hunger und gingen den Berg weiter abwärts Richtung Restaurants und Souk. Wir fanden dann auch ein nettes bei dem man draußen sitzen konnte und speisten da wirklich lecker und viel besser zu einem unschlagbaren Preis (inkl. Trinkgeld 12,40€). Es gab eine Gemüse-Hack Tajine für Frank und für Merry Nudel 4 Fromage, dazu Wasser, Cola und zum Abschluss Espresso.

Nach diesem tollen, und auch anstrengenden Tag, gönnten wir uns ein Taxi zurück. Wir brauchten etwa 8 Minuten und mussten dafür nur 1,5€ zahlen. Wir saßen dann eine kurze Zeit draußen, erfreuten uns an dem Ausblick über das Tal und gingen dann erschöpft schlafen.

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