Mit dem Wohnmobil in die Bretagne

Mit dem Wohnmobil in die Bretagne war in diesem Frühjahr unser Ziel.

Da dieses Jahr in Amsterdam, von unserem Handyspiel Ingress, eine Anomalie stattfinden sollte, planten wir unseren Urlaub entsprechend um.
Wenn es schon mal eine Anomalie so nah bei uns gibt, wollten wir uns diese nicht entgehen lassen und die Zeit nutzen um Amsterdam etwas zu beschnuppern.
Mehr dazu aber im Bericht Amsterdam mit dem Wohnmobil.

Auch dieses Mal wollten wir unseren Urlaub in der Bretagne und der Normandie verbringen. Alleine in den beiden Regionen gibt es soviel zu sehen und zu bewundern, das dafür ein Leben alleine nicht ausreicht. Wir hatten bereits einige Reportagen über „Les Maschines de Lile“ gesehen und wollten uns das vor Ort gerne einmal ansehen. Aber auch das Musee Jule Verne lockte uns in die Stadt Nantes.
Von dort aus sollte es dann in über die Bretagne und Normandie zurück nach Hamburg gehen.

Um möglichst schnell in Nantes anzukommen, entschieden wir uns einen größten Teil auf Mautstraßen zu fahren. Zwischen Boisney und Plasnes übernachteten wir auf einem kleinen Weingut.

Das Weingut

Als wir ankamen war es schon dunkel und wir waren die einzigen Gäste. Der Hofhund schlug kurz an, ansonsten war nicht viel zu erkennen. Als wir ausstiegen, um uns die Infotafel genauer anzuschauen, wurden wir angefaucht und erschraken erst mal. Irgendwo hatte ich schon mal gelesen, dass Gänse die perfekten Wachhunde sein und hier konnten wir es das real erleben. Die beiden Wachgänse fauchten und schimpften uns abwechselnd aus. Wir fanden heraus das wir am nächsten Morgen im Hofladen zahlen könnten, oder bei einem Einkauf im Wert von 50€ die Übernachtung kostenlos hätten.
Die Nacht war ruhig bis zum Sonnenaufgang. Bei den ersten Lichtstrahlen fing zuerst ein Esel an sich lautstark bemerkbar zu machen und kurze Zeit später stimmte der Hofhahn in das Gebrüll mit ein. Ab ca. 6 Uhr morgens war es dann nur noch der Esel der sich immer wieder mal meldete, der Hahn war inzwischen bereits heiser.
Die Nacht war trotzdem erholsam und der Stellplatz sehr gepflegt. Ver/Entsorgung, sowie Strom gibt es dort auch.

Nantes

Als wir dann endlich in Nantes ankamen, wurden wir von der Größe der Stadt überrascht, aber es sollte nicht die einzige Überraschung bleiben.
Am ausgewählten Stellplatz, im übrigen der einzige in Nantes und Umgebung mit Stadtanschluss, angekommen wurden wir ein zweites mal überrascht. Der Stellplatz kostet regulär 17€ die Nacht.

– – – Merry: Ich ging zur Anmeldung und fragte dort nach einem freien Stellplatz und nach dem Preis. Ich spreche nur brocken französisch und kann aber inzwischen schon recht viel verstehen. Als mir die Dame erzählte, das die Nacht 50 Euro kosten sollte, habe ich zuerst gedacht, das ich mir das falsch übersetzt hatte und fragte noch einmal nach. „Deux nuit 50 Euro?“ No, Madame une nuit 50 Euro. Ich bin danach zu Frank raus und erzählte ihm das und er meinte nur, das ich mich verhört haben musste, also bin ich wieder rein und zu einer anderen Dame gegangen, die englisch sprechen konnte und fragte noch einmal nach. Ich hatte mich nicht verhört, die erste Nacht sollte 50 Euro kosten, die zweite schon 51 Euro. In dieser Woche seien die Floralies Internationales und es wären nur noch Premiumplätze frei.
Frank stand inzwischen hinter mir und brummelte etwas unfreundliches und dann gingen wir zurück ins Womo. – – –

Das krasse war, das parallel zu uns zwei Womobilisten ohne zu murren diese horrende Summen zahlten.
300% ist also in Nantes etwas höher?
Nö, das machen wir nicht mit.
Also zurück ins Womo und auf den schnellsten Wege raus aus Nantes.
So sehr wir uns auf das Museum und den Maschinenpark gefreut haben, aber 51€ für eine Nacht auf einen Stellplatz an einer Hauptverkehrsstraße, nicht mit uns, die eh lieber Irgendwo im Nirgendwo stehen!
Wir waren ehrlich gesagt schon sehr enttäuscht und traurig.

Übernachtung Ploërmel

Wir entschieden uns in Ploërmel unterhalb der alten Befestigungsanlage zu übernachten.
Mit dem Ärgern sollte aber lange noch nicht vorbei sein.
Die Fahrt über haben wir uns gegenseitig etwas angezickt und waren froh, endlich am Zielort angekommen zu sein.
Der Platz war leicht abschüssig, so das wir uns lieber auf die Auffahrkeile stellten. Während ich mit Choco eine Runde drehte, entdeckte Frank einen ruhigeren Stellplatz. Ich hatte keine Lust zu diskutieren und stellte mich vor das Womo um die Keile einzusammeln, nachdem Frank von ihnen runter gefahren wäre.
Beim runter fahren von den Keilen, bekam das Womo zu viel Schwung und rollte gegen eine kleine Steinmauer. Der von uns vor ein paar Wochen neu angebaute Beleuchtungsträger hing schräg in der Gegend herum, das Rücklicht war zersplittert und der Beleuchtsungsträger war leicht eingerissen.
Während Frank einen ausgewachsenen Nervenzusammenbruch hatte, war ich die Ruhe in Person.

Zum Glück hatte Frank mich überzeugt doch den großen Werkzugkasten mit nach Frankreich zu nehmen und so konnten wir uns gleich an die Reparatur machen. Wir wussten ja wo sämtliche Befestigungsschrauben saßen, und in kurzer Zeit saß der Beleuchtungsträger wieder und auch die Lampen funktionierten wieder einwandfrei.
Mit Panzertape haben wir den Riss am Träger und bei den Lampen provisorisch gekittet.
Frank saß noch einige Zeit traurig wegen Nantes und genervt wegen dem Leuchtenträger vor dem Womo, entschied dann aber, dass der Urlaub eben erst richtig am nächsten Tag beginnen wird.

Nach einer relativ ruhigen Nacht, wollte Frank dann aber doch möglichst schnell den Ort des Schreckens verlassen und wir fuhren weiter an die Cote de Granit Rose ohne uns den Ort weiter anzuschauen. Beim verlassen stellten wir aber fest, das wir hier wohl doch noch mal her müssen. Die viele alten und guterhaltenen Gebäude sind definitiv noch mal einen richtigen Besuch wert.

Bei einem Carrefour Markt kauften wir durchsichtige Klebefolie und durchsichtige rote Hefthüllen, aus denen Merry uns ein neues Rücklicht bastelte.

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