Tante Corona

Tante Corona

Mit Verwandten ist es so eine Sache, meistens lassen sie sich blicken, wenn man es am wenigsten gebrauchen kann.

Tante Corona ist aber ganz besonders hartnäckig. Sie ist penetrant und lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen.
Als sie im März in die Nachbarschaft gezogen ist, hatte niemand gedacht, das sie vorhat sich dauerhaft, naja zumindest so lange einzunisten.

Wir haben mittlerweile September und die olle Kuh ist immer noch überall präsent.
Da will man nach Schweden reisen und die Olle ist schon vor Ort. Man plant den Urlaub um, freut sich nach Frankreich zu fahren und kurz bevor man losfährt, hört man, das die Olle dort die Gegend unsicher macht.

Aus diesem Grund halten wir uns meist nur in der näheren Umgebung unseres Wohnortes auf.
Die erste Zeit war es uns ja sogar verwehrt nach Schleswig Holstein oder Niedersachsen einzureisen, geschweige denn nach Dänemark oder in sonstiges Ausland, deshalb sieht es mit Reiseberichten bei uns auch im Moment noch ziemlich mau aus.
In der ersten Zeit mussten wir komplett in Hamburg bleiben und haben so neue Teile unserer Stadt entdeckt.
Als Schleswig-Holstein und Niedersachsen wieder für Hamburger öffnete, sind wir hauptsächlich in die Nähe von Husum und nach Hitzacker gefahren. Und seit ein paar Wochen treiben wir uns auch wieder in Dänemark herum.

Es boomt

In den letzten Jahren war schon zu sehen, das immer mehr Menschen aufs Wohnmobil umgestiegen sind. Aber mit Corona explodiert der Handel regelrecht und selbst uralte Schüsseln werden zu Märchenpreisen verscheuert.
Das macht sich für uns Altcamper sehr negativ bemerkbar. Anfangs waren nur die Campingplätze überbucht, dann stiegen die ersten Frischlinge auf Stellplätze um und inzwischen kann es schon zu einem Abenteuer werden, überhaupt einen Stellplatz für die Nacht zu finden. Selbst wenig besuchte Geheimtipps quellen inzwischen über, so das das nur noch eine Frage der Zeit ist, das überall Halteverbotsschilder hin kommen oder kräftig abkassiert wird.
Und wir können die Ortsansässigen verstehen. Ihnen werden die Parkmöglichkeiten genommen, selbst in Wohngebieten werden Campingtische und Stühle herausgeholt und bis spät in die Nacht gefeiert, es werden heiße Grillkohlen und Säckeweise Müll hinterlassen. Die Abwassertanks und Toiletten werden in die Walachei entsorgt, … .
Mit diesem Verhalten versauen sie uns Alt-Campern unsere schönen Stellplätze und besonders unsere Parkmöglichkeiten für eine Nacht. Bleibt nur zu hoffen, das die Frischlinge lernen sich vernünftig zu verhalten.
So oder so wird es die nächsten Jahre überall schön kuschelig eng werden auf den Plätzen.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Ein kleiner Funken Hoffnung bleibt uns, in ein -zwei Jahren werden zumindest einige festellen, das das Wohnmobil nicht so ihr Ding ist.
Man muss seinen Klotank ( ihhh das stinkt ja) und das Grauwasser regelmäßig entleeren, dauernd Wasser nachfüllen und wird eben nicht wie auf einem Kreuzfahrtdampfer oder bei einer Pauschalreise von vorne bis hinten bedient.
Und vielleicht wird der eine oder andere Stellplatzinhaber oder Kommunen nachlegen und neue oder größere Plätze schaffen.
Solange müssen wir um so mehr zusammenhalten und uns gegenseitig unterstützen und noch viel mehr darauf achten, das die Regeln eingehalten werden.

– Hinterlasse deinen Platz sauberer als du ihn vorgefunden hast.
– Nehme nichts anderes aus der Natur mit, als tolle Erinnerungen im Kopf oder auf dem Foto.
– Lerne andere Menschen, Sitten und Gebräuche kennen und respektiere sie.
– Entsorge deinen Müll zuhause oder benutze vorhandene Mülleimer.
– Grauwasser und ganz besonders die Toilettentanks werden nur bei entsprechenden Entsorgungsstationen entleert.

So und nun warten und hoffen wir auf das Jahr 0 nach Corona.

Stay Healthy!

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