Zagora´s berühmten Kfz Werkstätten

Zagora´s berühmten Kfz Werkstätten (Oktober 2022)

Zagora´s berühmten Kfz Werkstätten sollten unser nächstes Ziel sein. Wir wollten unsere Bremsen machen lassen und in Erfahrung bringen, was uns hier eine Luftfederung kosten würde. Die Werkstätten in Zagora sind bekannt dafür, wirklich alles am Kfz reparieren, oder optimieren zu können. Sogar mitten in der Sandwüste der Sahara, einfach nur auf Teppichen oder ausgelegten Planen. Die Werkstätten dort betreuten unter anderem die Rallye Paris Dakar, sowie andere unzählige kleinere und größere Rallyes.

Zagora

Die Almoraviden errichteten auf dem Jbel Zagora eine Festung (Kasbah), von der noch Reste zu sehen sind. Erst in der französischen Protektorats-Zeit und nach der Unabhängigkeit Marokkos (1956) entwickelte sich der ehemals eher kleine Ort zu seiner heutigen Größe.

Die ehemalige Karawanenstation und heutige Provinzhauptstadt Zagora, am Rande der Wüste Erg Chegaga, ist in den letzten Jahren touristisch stark ausgebaut worden und hat heute etwa 35.000 Einwohner. Zagora befindet sich im Drâatal (Vallée du Drâa), einem Flussbett, das sich von Ouarzazate über 1100 km bis an den Atlantik zieht, wenn der Drâa Wasser führt.

Das Tal ist für uns mit eines der schönsten Täler und der eindrucksvollste Landschaft des Landes. (dazu mehr im Bericht “Ouarzazate und Aït-Ben-Haddou“) Der schönste Teil des Drâa-Flusses mit blühenden Gärten und Feldern verläuft von seiner Quelle am Stausee von El Mansour bis Zagora, bevor er dort versandet.

Garage Jaboud Challenge

Schon auf dem Weg in die Stadt rein hielten uns bei jeder Gelegenheit Mopeds an und wir wurden gefragt ob wir eine Garage (Werkstatt) benötigten. Wir hatten uns aber schon vorher für eine Werkstatt entschieden, die von vielen Campern und Offroader gute Kritiken bekommen hatte.

Wir kamen dann gegen 10.00 Uhr bei der Garage Jaboud Challenge an und wurden sofort vom Chef empfangen. Nachdem wir ihn unser Anliegen vorgebracht hatten, riet er uns von der Luftfederung ab und empfahl das wir doch lieber eine dritte Blattfeder dazu setzen lassen sollten. Wir einigten uns auf einen Preis und fragten nach einen Termin. Zur Antwort bekamen wir ein großes Fragezeichen in seinem Gesicht zu sehen und er sagte uns, das er jetzt sofort anfangen würde.

Ein paar Leute kamen aus seiner Werkstatt, vermaßen links und rechts die Höhe und bockten das Womo hinten auf, während vorne ein paar andere schon mal anfingen das erste Rad zu demontieren um die Bremsen zu erneuern.

Nachdem hinten die Blattfedern demontiert waren, wurde eine dritte angeschleppt und es wurden die benötigten Krümmungen ermessen. Kurz darauf schnappte sich der kleinste und schmächtigste Mitarbeiter einen großen Vorschlaghammer und fing an die Blattfeder in Form zu dengeln. Immer wieder kam der Chef und maß die Krümmungen nach.

Wir wurden zwischenzeitlich mit Tee, Kaffee und Wasser versorgt, während wir da saßen und den arbeiten leicht skeptisch zuschauten.

Mittlerweile wurde es dunkel und es wurden Scheinwerfer aus der Werkstatt geholt, denn der Chef hatte uns ja versprochen das wir noch heute weiter fahren könnten. Gegen 22.30 war es dann soweit. Die Bremsen waren alle erneuert, das Hinterteil wieder zusammen gebaut und unser Womo war hinten endlich beidseitig gleich hoch und vor allem um etwa 10 cm gehoben worden.

Wir zahlten, tauschten noch mit dem englisch sprechenden Mitarbeiten die Handynummern, und konnten endlich weiter fahren.

Man hatte uns zwar angeboten, das wir direkt vor der Werkstatt zu übernachten, aber da uns den Tag über schon die extrem vielen und aufdringlich bettelnden Kinder genervt hatten, fuhren wir dann ein paar Meter weiter auf einen völlig überteuerten CP zum schlafen.

Mhamid

Morgens fuhren wir dann weiter runter in die Sahara. Wir hatten uns einen kleinen gut bewerteten Stellplatz, mitten im Sand der Sahara, ausgesucht. Dieser Platz liegt in etwa 5 Km außerhalb des Ortes Mhamid und ist über eine Schotterpiste und teils Sandpiste zu erreichen. Die Strecke dort hin war, bis auf wenige kurze Ausnahmen auch mit unserer Weißware kein Problem.

Dort angekommen, wurden wir herzlichst begrüßt und uns ein Platz, obwohl nur ein weiteres Fahrzeug dort war, zugewiesen.

Said, der Besitzer, schleppte einen Teppich heran und legte ihn vor unserem Womo aus. Wir sollten schließlich den Sand nicht mit ins Womo schleppen, meinte er freundlich lächelnd und auch gleich im Anschluss erklärte er uns, warum wir genau da stehen sollten, wo wir jetzt standen.

An anderen Stellen wären wir vermutlich mit der Gewichtsklasse des Mobils nicht mehr allein raus gekommen. Anschließend wurden wir dann, wie die meisten jetzt richtig vermuten, zu einem Minztee eingeladen.

Wir unterhielten uns lange über das Leben hier direkt in der Sandwüste und später kam dann noch Miguel, ein Spanier aus Barcelona, dazu. Said ging nach einer Weile, um sich um die Dinge zu kümmern um die man sich in der Wüste so kümmert und wir fingen an spanisch zu lernen, in dem wir uns mit Händen, Füßen, französisch- und englischbrocken uns mit Miguel unterhielten.

Wir wurden von Ihm eingeladen ihn und seine Familie in Barcelona zu besuchen, dann würde er uns seine Stadt zeigen. Wir tauschten die Handynummern und schreiben uns mehr oder weniger regelmäßig Nachrichten.

Die Nacht brach ein und Said stellte Papiertüten Laternen auf, damit wir in der Dunkelheit der Wüste zur Toilette finden würden.

Da es selbst in der Nacht mit 28 Grad immer noch sehr heiß war, stellten wir sämtliche Fenster auf Durchzug. Leider kam in der Nacht dann ein heftiger Sandsturm auf, so das wir selbst 6 Monate später immer noch Sand aus dem Womo fegen müssen. Ist aber nicht schlimm, dafür haben wir wieder mal tolle Menschen kennen gelernt und mitten im Sand der Sahara gestanden.

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